Interview mit Sean Simpson | Adler Kids Mannheim


Interview mit Sean Simpson

Mit Sean Simpson haben die Adler einen erfahrenen Cheftrainer gefunden. Der 56-Jährige ist seit 24 Jahren als Coach in Europa tätig und wird die Geschicke der Adler in den kommenden beiden Jahren leiten. Wir haben mit ihm über seine bisherigen DEL-Erfahrungen, seinen Co-Trainer Colin Muller und die kommenden Herausforderungen in Mannheim gesprochen.

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Sean, herzlich willkommen in Mannheim! In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Gespräche zwischen den Adlern und dir, aber das Timing für eine Zusammenarbeit hat nie gepasst. Jetzt hat es gepasst, bist du zufrieden?

Erstmal vielen Dank. Ich bin sehr froh, hier zu sein. Es macht mich stolz, der neue Coach der Adler zu sein. Es stimmt, in den vergangenen Jahren haben wir immer mal wieder miteinander gesprochen, ich kenne Daniel Hopp und Marcus Kuhl schon lange. Manchmal waren die Gespräche ein wenig im Spaß, manchmal wurde es ernster. Aber so richtig hat es nie gepasst. Wenn die Adler einen Trainer gesucht haben, war ich nicht frei oder es war umgekehrt. Das Timing hat einfach nicht gestimmt. Jetzt war es anders. Mannheim hat einen Trainer gesucht und ich war frei, es hat geklappt und ich bin sehr glücklich damit.

2010 hast du als Cheftrainer der Schweizer Nationalmannschaft bereits in der SAP Arena gespielt. Wie hast Du Mannheim in Erinnerung?

Wir haben damals gegen Deutschland im Viertelfinale gespielt. Das Publikum war total verrückt. Die deutsche Nationalmannschaft hat ein unheimlich gutes Turnier gespielt und uns rausgeworfen. Die Fans waren richtig begeistert, es war ein toller Eishockey-Abend. Die Mannheimer Fans kenne ich noch aus meiner Zeit in München und Hamburg. Sie sind unglaublich, ganz ehrlich. Sie bringen immer jede Menge Leidenschaft in die Halle und wollen vollen Einsatz ihrer Mannschaft sehen.

Welches Eishockey wird die Mannschaft unter deiner Leitung spielen?

Wir werden organisiert sein und nicht aufgeben. Die Zuschauer sollen sehen, dass wir Freude am Eishockey haben. Was die Taktik angeht, wollen wir Zug zum Tor entwickeln und schnell spielen. Dazu gehört auch ein guter Forecheck. Natürlich müssen wir solide im eigenen Drittel spielen, das ist eine Grundvorrausetzung. Modernes Eishockey ist aber schnell und hart. Die Fans verlangen vollen Einsatz von der Mannschaft, den wollen wir jedes Mal auch aufs Eis bringen.

Wie können wir uns den Trainer Sean Simpson in der täglichen Arbeit mit den Spielern vorstellen?

Auf der Bank bin ich nicht so emotional. Da bin ich sehr nordamerikanisch: etwas ruhiger, ohne viel auf- und abzulaufen. Das ist einfach mein Stil. In der Kabine kann ich laut und böse sein, wenn es notwendig ist. Ich bin sehr kommunikativ und offen, die Spieler können immer mit mir reden. Kommunikation ist meine Stärke, das muss sie auf diesem Niveau aber auch sein. Ich und mein Trainerteam führen Menschen. Wir versuchen immer, das Beste aus ihnen rauszuholen. Die Spieler brauchen ein gutes Gefühl und müssen Freude daran haben, jeden Morgen aufzustehen und in die Halle zu kommen. An erster Stelle steht das Team, das ist sehr wichtig.